Vor einigen Jahren haben wir uns mit Lehrerfortbildungen sowie Veranstaltungen für Eltern und Schüler auf den Weg gemacht, Schule ohne Mobbing zu werden.

Schule ohne Mobbing zu sein, bedeutet nicht wegzuschauen, sondern im Gespräch zu sein und ganz konkrete und schnelle Hilfestellung in Problemsituationen zu leisten.

Mithilfe der beiden erfolgreich erprobten Methoden No Blame Approach und Farsta Contigo können wir Entlastung für Schülerinnen und Schüler schaffen, die unter Mobbing leiden.

Zudem sind wir bestrebt, durch Aktionen und Veranstaltungen den Schülerinnen und Schülern nahezubringen, sowohl achtsam miteinander als auch mit dieser Thematik umzugehen.

 

Der No Blame Approach ist ein lösungsorientierter Ansatz, der darauf abzielt, eine Mobbingsituation schnell zu entschärfen, ohne einzelne Schülerinnen oder Schüler öffentlich zu beschuldigen. Im Mittelpunkt steht zunächst die betroffene Person, deren Situation ernst genommen und geschützt wird. Anschließend wird eine kleine Unterstützungsgruppe aus Mitschülerinnen und Mitschülern gebildet. Gemeinsam wird überlegt, wie sich die Situation für die betroffene Person verbessern lässt. Durch diese gemeinsame Verantwortung entsteht häufig innerhalb kurzer Zeit eine deutliche Entlastung und Veränderung im Umgang miteinander.

 

Der Farsta-Ansatz ergänzt diese Methode durch eine klare Haltung der Schule gegenüber Mobbing. Hier wird deutlich gemacht, dass Ausgrenzung und systematische Verletzungen der Würde anderer keinen Platz in unserer Schulgemeinschaft haben. Gespräche mit den beteiligten Schülerinnen und Schülern werden strukturiert geführt, Verantwortlichkeiten benannt und verbindliche Vereinbarungen getroffen. Ziel ist es, Mobbing konsequent zu stoppen und gleichzeitig Wege zu eröffnen, wie Beziehungen wieder respektvoll gestaltet werden können.

Neben diesen konkreten Interventionsmethoden setzen wir bewusst auf präventive Maßnahmen, die Empathie, Selbstbewusstsein und Zivilcourage stärken. Eine besondere Rolle spielen dabei kulturelle Projekte, wie die Zusammenarbeit mit dem Theater EUKITEA.

„Theater EUKITEA ist ein freies Theater mit Sitz und Theaterhaus in Diedorf bei Augsburg und einem Projektbüro in Berlin Mitte. EUKITEA will bei Menschen, vor allem Kindern und Jugendlichen, den Mut wecken, ihr schöpferisches Wesen in dieser rauen, widerständigen Welt zu entdecken. Wir geben jungen Menschen positive Leitbilder an die Hand, mit denen sie die seelischen Grundbedürfnisse nach dem Staunen über die Welt, nach Menschenwürde und nach Aufgeschlossenheit dem Unbekannten und Neuen gegenüber stärken können.“

In Theateraufführungen und anschließenden Workshops erleben Schülerinnen und Schüler, wie Ausgrenzung entsteht und welche Folgen sie für Betroffene haben kann. Gleichzeitig eröffnen die Projekte Möglichkeiten, eigene Haltungen zu reflektieren und alternative Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln – ein wichtiger Beitrag auf unserem Weg zu einer Schule, in der Respekt, Aufmerksamkeit füreinander und Verantwortung für die Gemeinschaft selbstverständlich sind.