
Die Katholische Marienschule Potsdam versteht Schule als Lern- und Lebensraum, in dem junge Menschen ihre Begabungen entdecken, Verantwortung übernehmen und zu selbstständigen Persönlichkeiten heranwachsen. Grundlage unseres pädagogischen Handelns ist das christliche Menschenbild: Jeder Mensch ist einzigartig, wertvoll und mit eigenen Fähigkeiten ausgestattet. Bildung bedeutet deshalb für uns mehr als Wissensvermittlung – sie zielt auf die Entfaltung des ganzen Menschen.
Die Neugier Jugendlichen sowie das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gilt es zu erhalten und zu stärken, bilden sie doch die Grundlage, auf der Lernen gelingen kann. Leistung zu entfalten und zu zeigen, die eigenen Potentiale zu entwickeln und die Welt zu entdecken und zu verstehen, das sehen wir als unsere Bildungsaufgabe. Dazu verhelfen u. a. methodische Vielfalt, Exkursionen zu außerschulischen Lernorten, das Einbinden von Experten in unsere Schule sowie fächerübergreifende Übungen.
Eine vertrauensvolle Atmosphäre bildet die Grundlage dafür, sich seiner Stärken und Besonderheiten bewusst zu werden, sich Neues zuzutrauen und Unbekanntes zuzulassen.
Wir fördern selbständiges und eigenverantwortliches Lernen und setzen auf individualisierten, prozessorientierten Unterricht mit einem Anteil freier Arbeit, der so hoch wie nötig und möglich ist. Dabei trauen wir unseren Schülerinnen und Schülern Leistung zu und fordern sie ein. Unser hoher fachlicher Anspruch zeigt sich auch in vielfältigen Methoden, im Lernen an außerschulischen Orten sowie in der Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern – gerne auch mit Eltern –, um Schule zu öffnen und den Bezug zur Lebenswelt der Lernenden herzustellen.
In einer durch Globalisierung, Digitalisierung und Medien stetig komplexer werdenden Welt orientiert sich unsere Bildungsarbeit zugleich an dem pädagogischen Dreiklang: Halt – Haltung – Verhalten. Dieser Dreiklang verbindet fachliches Lernen mit persönlicher Entwicklung und gesellschaftlicher Verantwortung.
1. Unser Verständnis von Lernen
Lernen ist ein aktiver Prozess. Schülerinnen und Schüler erwerben Wissen nicht nur durch Zuhören, sondern vor allem dadurch, dass sie selbst denken, ausprobieren, diskutieren und reflektieren.
Unser Unterricht orientiert sich an drei Prinzipien:
- Aktivität: Lernende setzen sich aktiv mit Inhalten auseinander, stellen Fragen, entwickeln Lösungswege und wenden ihr Wissen an.
- Verstehen statt Auswendiglernen: Ziel ist ein tiefes Verständnis von Zusammenhängen. Schülerinnen und Schüler analysieren Probleme, entwickeln Argumente und finden eigenständig Lösungen.
- Reflexion: Lernprozesse werden bewusst gemacht. Schülerinnen und Schüler reflektieren regelmäßig, was sie gelernt haben, welche Strategien erfolgreich waren und welche nächsten Schritte folgen. Diese Form des Lernens stärkt kritisches Denken, Selbstständigkeit und Verantwortung für das eigene Lernen.
2. Der Mensch im Mittelpunkt – Halt geben
Aus unserem Menschenbild ergibt sich eine klare pädagogische Haltung: Schülerin und Schüler werden als einzigartige Persönlichkeiten wahrgenommen. In unserer komplexer werdenden Welt möchten wir unseren Schülerinnen und Schülern Halt und innere Stabilität geben. Grundlage ist die christlich fundierte Werteorientierung, die eine positive Fehlerkultur einschließt.
Wir achten auf
- individuelle Stärken und Begabungen
- persönliche Lernwege
- respektvollen Umgang miteinander
- eine Kultur der Wertschätzung und Verantwortung.
3. Lernen in Gemeinschaft – Haltung entwickeln
Lernen gelingt im Austausch mit anderen. Deshalb fördern wir kooperative Lernformen.
Schülerinnen und Schüler:
- arbeiten in Partner- und Gruppenphasen zusammen,
- erklären sich Inhalte gegenseitig,
- vergleichen Lösungswege und diskutieren Argumente.
Auf dieser Grundlage kann eine lebensbejahende Haltung wachsen, geprägt von Offenheit, Selbstvertrauen und Zuversicht.
4. Feedback als Motor des Lernens – reflektiertes Verhalten fördern
Ein zentraler Bestandteil unseres Unterrichts ist eine konstruktive Feedbackkultur. Rückmeldungen helfen Schülerinnen und Schülern zu erkennen,
- wo sie im Lernprozess stehen,
- was bereits gelingt,
- welche nächsten Schritte folgen.
Lehrkräfte begleiten Lernprozesse aufmerksam, geben gezielte Rückmeldungen und unterstützen die Lernenden dabei, ihr Lernen selbst zu steuern und reflektiert zu handeln.
5. Anspruch und Förderung
Als Gymnasium verfolgen wir einen hohen fachlichen Anspruch und unterstützen zugleich jede Schülerin und jeden Schüler individuell.
Dazu gehören
- differenzierte Aufgabenstellungen
- individuelle Förderung
- vielfältige Lernmethoden
- der sinnvolle Einsatz digitaler und analoger Medien.
6. Bildung im Horizont des Glaubens
Als katholische Schule ist Bildung für uns Orientierung im Leben. Neben fachlicher Bildung haben deshalb religiöse und ethische Fragen ihren festen Platz.
Zum Schulalltag gehören
- Religionsunterricht für alle Schülerinnen und Schüler
- Gottesdienste und Feiern im Kirchenjahr
- Gebets- und Meditationsformen
- Projekte sozialen Engagements.
Diese Elemente prägen das Schulleben und Eröffnen Räume für Fragen nach Sinn, Verantwortung und persönlicher Haltung.
Unser Ziel
Die Marienschule möchte junge Menschen stärken, Haltung zu entwickeln und ihr Verhalten verantwortungsvoll zu gestalten. Bildung verstehen wir als Zusammenspiel von Wissen, Persönlichkeit und Gemeinschaft – damit Schülerinnen und Schüler ihren Weg in einer immer komplexer werdenden Welt selbstständig und zuversichtlich gehen können.
